Montag, 29. Februar 2016

Check - Blutengel "Nemesis – Best Of And Reworked"

Check - Blutengel "Nemesis – Best Of And Reworked" 



Nemesis – das ist in der griechischen  Mythologie die Abrechnung – die Göttin der ausgleichenden Gerechtigkeit. Für Blutengel steht Nemesis sinnbildlich für das Fazit, die Zusammenfassung der bisherigen Schöpfung. 
Eine Art   „Best of“ mit den Highlights der letzten 18 Jahre. Und die gewählte Zusammenstellung kann sich wirklich sehen lassen. Alle großen Hits sind vertreten. Nebenbei, hätte ich mich für Favorits  entscheiden müssen, hatte ich die nahezu gleiche Auswahl getroffen. Selbst mag ich es musikalisch ja deutlich härter und tanzbarer, dennoch war und ist Blutengel über die Jahre fester Bestandteil meiner Playlist.

Seit 1998 ist Chris Pohl nun schon Mastermind von BE. In dieser Zeit ist er weitestgehend seiner Linie treu geblieben und schafft es gleichermaßen immer wieder seine Hits zeitgemäß wirken zu lassen. Material wurde in diesen Jahren wahrlich genug erschaffen – mit über zehn Alben gehört Chris zu den fleißigsten Vertretern des Genres. Folgende Tracks haben es auf das Album geschafft:
Auf CD1 finden sich zwölf leicht überarbeitete „Reworked“ Versionen. 

1. Vampire Romance (Reworked)
2. Children Of The Night (Reworked)
3. Behind The Mirror (Reworked)
4. Soul Of Ice (Reworked)
5. Die With You (Reworked)
6. Black Roses (Reworked)
7. Lucifer (Reworked)
8. Der Spiegel (Reworked)
9. Engelsblut (Reworked)
10. Weg Zu Mir (Reworked)
11. Bloody Pleasures (Reworked)
12. Reich Mir Die Hand (Reworked)

CD 2 bietet weitere 14 Hits in Original- oder in der Symphonic Version.

1. Sing
2. Asche zu Asche
3. Save Our Souls
4. You Walk Away
5. Seelenschmerz (Symphonic Version)
6. Ein Augenblick (Symphonic Version)
7. No Eternity (Piano Version)
8. Dancing In The light
9. Soultaker
10. Nachtbringer
11. The Oxidising Angel
12. Über den Horizont
13. Krieger (Electro Version)
14. Monument

Blutengel – das ist Mainstream Düster POP – in Perfektion – Das mag ein wenig abwertend klingen, ist aber gar nicht so gemeint. Blutengel versteht es einfach immer wieder mit relativ einfachen Beats und eingängigen Melodien Gefühle und Stimmungen auf den Hörer zu übertragen und mit den Texten Geschichten zu erzählen. Und das gelingt meistens perfekt, da das Ohrwurmpotential enorm ist.


Fazit: 
War Blutengel schon immer so eine Art Einstiegsdroge in die musikalisch schwarze Szene, so hat sich das Suchpotential für Newbies mit Nemesis noch deutlich erhöht. Und das einfach durch die abwechslungsreiche Zusammenstellung der vielen Hits und Klassiker, die die Blutengel Essenz einfach auf den Punkt bringt. 
Meine Bewertung  - um den Nemesis Kreis zu schließen – liegt daher bei  9 von 10 Punkten und einer klaren Empfehlung.

Donnerstag, 28. Januar 2016

Dark Music Festivals 2016 - EBM - Gothic - Industial - Electro

Dark Music Festivals 2016 - EBM - Gothic - Industial - Electro



19. März Dark-Dance, Lahr, ca. 1500 Besucher, mehr Infos...

5. März E-tropolis, Oberhausen, ca. 4000 Besucher, mehr Infos...

29. April - 04. Mai HEXENTANZ FESTIVAL, Losheim, ca. 2000 Besucher, mehr Infos...

13.-16. Mai WGT, Leipzig, ca. 21000 Besucher, mehr Infos...

01./02. Juli Castle Rock, Mühlheim, ca. 2500 Besucher, mehr Infos...

28.-31. Juli Castle Party, Bolków Castle, Poland, mehr Infos...

23./24. Juli Amphi, Köln, ca. 16000 Besucher, mehr Infos...

13./14. August Mera Luna, Hildesheim, ca. 24000 Besucher, mehr Infos...

12./13. August Schlosshof Festival, Höchstadt, ca. 2000 Besucher, mehr Infos...

042.-09. September NOCTURNAL CULTURE NIGHT, Deutzen, ca. 2000 Besucher, mehr Infos...

04.-05. November Gothic meets Klassik, Leipzig, ca. 2000 Besucher, mehr Infos...

Das Dark Munich und  Blackfield Festival finden 2016 leider nicht mehr statt :-(

Ein Festival fehlt oder Angaben stimmen nicht? bitte PM an mich

Janus Cyberblog

blog mirrow:
https://januscyber.wordpress.com/2016/01/28/dark-music-festivals-2016-ebm-gothic-industial-electro/

Montag, 28. Dezember 2015

Electronic Dance Art Festival 2015 - Frankfurt 26.12.2015 - im "das Bett" mit Strict Confidence - Grendel - Shiv-R - The Saint Paul & Betamorphose



Der Festivalbesuch für das Electronic Dance Art Festival - 26.12.2015 in Frankfurt im Musikclub - Das Bett - war  diesmal eine sehr spontane Entscheidung. Eigentliche eine Stunde vor Start - und da war die Anfahrt noch nicht mit eingerechnet. Interesse hatte ich schon längerfristig nur hatte ich es versäumt mich um eine Akkreditierung zum Fotografieren zu kümmern. Generell ist das Fotografieren dort zwar erlaubt - aber nicht mit professionellem Equipment. Daher war ich diesmal nur mit einer Kamera und kleinem Objektiv bewaffnet.

Besonderes Interesse hatte ich an Shiv-R deren aktuelles Remix Album "Eye of the Needle" aktuell meine Playlist bereichert. Darüber hinaus gehört In Strict Confidence sowieso zu meinen Favorits und Grendel ist zum Tanzen immer eine gute Wahl.

Pünktlich gegen 20h begann Betamorphose mit Ihrem Industrial/Electro um die anwesenden Besucher auf die kommenden Stunden einzustimmen.



Gegen ca. 21h startete die Band "The Saint Paul" und sorgten mit Ihrem melodiösen Synt/Electro Pop vom aktuellen Album "Days Without Rain" für gute Stimmung.



Anschließend gings gleich mit Shiv-R weiter. Weitestgehend wurden die mir durch das Album bekannten Hits gespielt.. Auf jeden Fall eine Bereicherung für die Szene und auf jeden Fall einen Konzertbesuch wert.


Das line up wurde kurzfristig getauscht und so begann Dennis Ostermann nach einer Umbauphase die Vintage Classic Discografie mit In Strict Confidence Hits die mindestens 10 Jahre oder älter waren. Leider war Nina de Lianin nicht mit dabei, was gerade bei den Songs mit weiblicher Refrain schon ein Manko darstellte. Dennoch war es auch diesmal wieder schön Hits wie Engelsstaub oder Zauberschloss live zu erleben.


Zuletzt war gegen 23:30 Grendel an der Reihe. Wie immer voller Energie performte JD auf der Bühne derart hektisch, so dass ich versucht war die Belichtungszeit für die Fotos zu verkürzen um scharfe Fotos zu bekommen. Auch wenn "dirty" diesmal nicht gespielt wurde -  gabs es genug Hits die unwillkürlich zum Mittanzen anregten.



Fazit - große Überraschungen gab es nicht - The Saint Paul war mir neu und ist auf jeden Fall ein Tipp wert. In Strict Confidence sorgte ein wenig für die Nostalgie und Grendel für die Bewegung.
Insgesamt eine gute Mischung und ich habe die Entscheidung kurzfristig das Festival zu besuchen nicht bereut. Wer sich noch weitere Fotos vom Event in meiner Galerie ansehen möchte kann das hier tun.

Janus Cyberblog






Mittwoch, 7. Oktober 2015

Konzertbericht 03.10.2015 – Klangstabil + Agonoize @ SSM

Konzertbericht 03.10.2015 – Klangstabil + Agonoize @ SSM

Jeden ersten Samstag im Monat lädt Helter-Skelter zum SSM (Super schwarzen Mannheim) in die alte Seilerei bzw. das MS Connexion. Regulärer Einlass ab 22h. Auf zwei Stockwerken und 5 Floors wird für jeden schwarzen Geschmack die richtige Musikmischung geboten:

Gothic Mainfloor / Batcave Floor / Futurepop Floor / Industrial Floor / Metal Floor.

Oft wird die Veranstaltung von einem Livekonzert ergänzt. Dann spielen ab 20h (separate Karten notwendig) namhafte Acts der Szene. Am 3.10.2015 war Agonoize Hauptact unterstützt von Klangstabil als Vorgruppe.

Klangstabil wurde 1994 von Maurizio Blanco und Boris May gegründet . Die Band blieb seither im Wesentlichen ihrem Musikstil treu. Monoton-minimalistisch Soundcollagen gemixt mit Sprechgesang und implementierten Soundsamples – oft unterlegt mit einem prägnanten Beat. Und eingängigen Syntieklängen. Nach Genres ausgedrückt eine Mischung aus Elektropop, Industrial und Sound-Minimal a la Kraftwerk. Von den Musikern selbst als Klangpop bezeichnet.





Boris May performte ganz in sich versunken gefühlvoll die einzelnen Tracks während Maurizio Blanco am Keyboard für die Synths and Sounds verantwortlich war.
Die Trackliste war weitestgehend vom aktuellen Album „One Step Back, Two Steps Forward“ geprägt, welches neue und alte Werke gelungen vereint.
Das Publikum ließ sich besonders mit knackigen Beats einfangen und tanzte gerne mit.

Mehr Fotos vom Konzert findet ihr hier:


AGONOIZE – Aggrotech at its best ....
Das Trio (Diesmal nur als Duo anwesend) um Frontman Chris L. sparten auch diesmal nicht mit Kunstblut und ließen wie gewohnt die vordersten Reihen gerne daran teilhaben.
Ihre Fans tanzten euphorisch zu den harten Beats und sangen die Texte von Hits wie „ bis das blut gefriert„ Vollrauschfetischist oder Femme Fatale gekonnt mit.

 


Insgesamt war die Veranstaltung gut besucht und bot eine tolle Einstimmung auf das anschließende SSM.



Mehr Fotos vom Konzert findet ihr hier

Die nächsten Live Veranstaltungen im Rahmen des SSM bzw. der alten Seilerei sind am 30.10.2015 ROTERSAND mit 2nd face als Vorgruppe, am 7.11.2015 CLAN OF XYMOX + SOKO +++ FRIEDHOF sowie am 13.11.2015 Samsas Traum  supported by Weena Morloch



Mittwoch, 9. September 2015

Check - Arctic Sunrise – A Smarter Enemy



Check - Arctic Sunrise – A Smarter Enemy

Immer auf der Suche nach neuem – bin ich endlich mal wieder fündig geworden. Bereits im Juli herausgekommen hatte ich jetzt Gelegenheit das Debutalbum „A Smarter Enemy“ ausgiebig anzuhören. Artic Sunrise, dahinter steht das Duo Torsten Verlinden (Vocals) und Steve Baltes – (Synths) aus Mönchengladbach Der Bandname ist inspiriert vom gleichnamigen Greenpeace Schiff und soll gleichermaßen bildlich auch den kühlen und oft etwas melancholischen Musikstil der Band widerspiegeln.

Stilistisch assoziieren sich die Jungs selbst ins Genre Popmusik. Dazu kann ich nur sagen, nur keine Berührungsängste mit der Dunklen Macht - Ein wenig Flair und sei es nur Richtung New Wave schadet nicht – Deswegen landet man auch nicht gleich in der Gothic Schublade.
Im Gegenteil –  Früher hat es Depeche Mode vorgemacht und Bands wie Hurts, Mesh, Distain! oder De/Vison sind aktuell würdige Vertreter des Genres. 
Fans schätzen nicht nur die gute Musik – sondern oft auch das Charma das eine Band darstellt.




Synthpop bzw. Electropop treffen das ganze also sehrt gut – alles sehr stimmig – abwechslungsreiche Beats – eingängige Melodien – passender Aufbau – Stimme – einfach eine tolle Mischung mit vielen 80-er Einflüssen jedoch der Sound durchaus zeitgemäß – einfach nur gelungen und für ein Debutalbum unvorstellbar ausgereift. I‘am impressed.

Tracklist:

1             Twilight
2             Beautiful Sunday
3             Real Life
4             Violet
5             Shellshock
6             Nothing More
7             Somebody Says
8             200 Souls
9             A Smarter Enemy
10           Dumb
11           Hold On

Auch nach mehrfachem Hören habe ich keine Flops entdecken können - das ganze Album offenbart  keine Schwächen. Dennoch habe ich ein paar persönliche Highlights: Twilight – Shellshock - Somebody Says – Nothing More - und Dump


Fazit: das Duo müsste so in meinem Alter sein und hatte somit wahrscheinlich auch eine ähnliche musikalische Prägung in den 80er – das erklärt vielleicht warum ich ihre Musik einfach nur klasse finde. Aber auch abgesehen davon für jeden jüngeren Synthpop Fan eine klare Empfehlung.
Für ein Debutalbum beindruckend ausgereift und definitiv eines der besten Synthpop Alben2015! – Meine Wertung: (9/10).

Janus Cyberblog

Mirrow:

Montag, 7. September 2015

Konzertbericht 05.09.2015 - Das Ich - Saeldes Sanc @ SSM



Jeden ersten Samstag im Monat lädt Helter-Skelter zum SSM (Super schwarzen Mannheim) in die alte Seilerei bzw. das MS Connexion. Regulärer Einlass ab 22h. Auf zwei Stockwerken und 5 Floors wird für jeden schwarzen Geschmack die richtige Musikmischung geboten:
Gothic Mainfloor / Batcave Floor / Futurepop Floor / Industrial Floor / Metal Floor.
Oft wird die Veranstaltung von einem Livekonzert ergänzt. Dann spielen ab 20h (separate Karten notwendig) namhafte Acts der Szene. Am 5.9.2015 war „Das Ich“ Hauptact unterstützt von Saeldes Sanc als Vorgruppe.

Saeldes Sanc - bedeutet in Etwa so viel wie „Der Gesang der Glückseligkeit“ – Das Musikprojekt rund um Hannah Wagner möchte in ihren Zuhörern durch ihre Musik das Gefühl reiner Glückseligkeit erwecken 
Ein passendes Genre zu finden ist schwierig – Ein Teil Klassik – ein Teil Medieval und viele weitere Einflüsse. Hannah selbst bezeichnet Ihre Musik mit der Wortschöpfung „Medieval Gothic Folk“

Den Zuschauern gefiel es und so verzauberte Saeldes Sanc ihr Publikum, das sich bereitwillig auf eine Reise in eine ferne, alte Welt voller Kämpfe, Hoffnungen und Liebe mitnehmen lies.

Das Ich - Ja, ein wenig Wahnsinn gehört bei jedem Auftritt mit von „Das Ich“ mit dazu. Das war auch diesmal nicht anders. Ganz entspannt und vor allem gut gelaunt beschwörten Stefan Ackermann und Bruno Kramm erneut die neue Deutsche Todeskunst – eingehüllt in synthetische Wave-Punk-Elektro Sounds.

Das Publikum war von Anfang an mit dabei und brachte sich in Form von Songwünschen auch mit in den Ablauf ein. Ohne Eile performten - Das Ich - Hit um Hit und als die reguläre Spielzeit längs um war gab es nach lautstarker Forderung des Publikums auch noch 3 Zugaben. 

Die Zuschauer waren begeistert und bedankten sich mit einem ausgiebigen Applaus.

Die nächsten Live Veranstaltungen im Rahmen des SSM bzw. der alten Seilerei sind am 3.10.2015 Agonoize mit Klangstabil als Vorgruppe, am 11.10.2015 Kärbholz sowie am 30.10.2015 Rotersand supported by IInd Face


Janus Cyberblog


Montag, 3. August 2015

Festival Bericht XI Amphi 25./26.7.2015 in der Kölner Lanxess Arena.

Festival Bericht XI Amphi 25./26.7.2015 in der Kölner Lanxess Arena.







Voller Neugier ging es dieses Jahr zum Amphi Festival. Die Veranstalter hatten das Event vom langjährigen Veranstaltungsort , dem Kölner Tanzbrunnen, in die Lanxess Arena mit angegliedertem Amphi Event Park umgezogen nach dem Motto – Das Amphi zieht um – wir ziehen mit. Das war u.a. aus Kapazitätsgründen notwendig geworden, und da das angegliederte Staatenhaus baulich bedingt nicht länger zur Verfügung stand. Der erste positive Kontakt mit der neuen Location fand bereits beim Parken statt. Wirklich sehr komfortabel ließ sich das Fahrzeug kostenfrei in den direkt angegliederten Parkhäusern abstellen. In kurzer Laufdistanz befand sich der Eingang. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt deutete sich in Form von heftigen Wind und beginnendem Regen der weitere Wetterverlauf des Tages an. Nach den üblichen Eingangskontrollen befand man sich direkt auf dem Gelände und wurde mit Durchsagen aufgrund einer Unwetterwarnung sogleich aufgefordert das Außengelände zu verlassen und Schutz in der Arena zu suchen. In der inneren Halle lief das erwartete Programm der Hauptbühne, während im umliegenden großzügigen Bereich mit Treppenhaus vorwiegend die hauseigene Gastronomie, sowie einige wenige weitere Verkaufsstände Platz fanden. Durch die umlaufende Glasfassade konnte man sich immer ein gutes Bild von der Wettersituation machen. Der komplette Außenbereich war inzwischen geschlossen und wurde von Starkregen und heftigen Windböen heimgesucht. Information was dies nun für den weiteren Ablauf bedeuten sollte (vor allem wegen den Auftritten auf der Außenbühne) fehlten zu diesem Zeitpunkt gänzlich und führten bei etlichen Besuchern zu Unmut. Für ganz NRW gab es inzwischen eine Unwetterwarnung die Veranstaltungen im freien verbot. Was den wenigsten der Besucher klar war – hätte das Amphi am Tanzbrunnen stattgefunden wäre es kurzfristig komplett abgesagt worden, die Lanxess Arena hingegen bot indoor genug Kapazität um alle Besucher aufzunehmen.







Im Hintergrund arbeitete das Veranstaltungsteam bereits an einem verändert Ablaufplan für Samstag und Sonntag um den vielen vorerst abgesagten Acts der Outdoor Bühne zu ermöglichen ihren Auftritt nachzuholen. Am späten Nachmittag waren diese Änderungen dann auch über Social Media und schließlich „sogar“ über die Displays in der Halle sichtbar – in der Arena wurde bis dahin über lange Zeit stoisch der obsolete Ablaufplan gezeigt. In Anbetracht der unerwarteten Situation hatte das Orgateam einige Schwächen, besonders bei der Informationspolitik, in Summe aber vieles richtig gemacht um uns Besuchern möglichst viel Amphi zu erhalten.

Arena Stage – Lanxess Halle. Die Lanxess Arena, Deutschlands größte Multifunktionshalle, war mit der zentralen Arena Stage ein ideales Auffanglager für alle Wetterflüchtlinge. Gut gefüllt bot die Halle eine grandiose Kulisse für Besucher und Akteure. Der Innenbereich wirkte dabei selten überfüllt und wer zwischen den Acts ein wenig Geduld mitbrachte konnte problemlos einen Platz in den vordersten Reihen ergattern. Auf den umliegenden Rängen konnte man je nachdem wo man sitzen wollte fast beliebig einen Sitzplatz wählen. Ein paar Lücken fanden sich immer. Negativ anzumerken waren im Innenbereich aufgrund von zu wenig Entsorgungsmöglichkeiten und keinem Pfandsystem große Müll-Becher-Berge die sich auf dem Boden türmten.







Der Sonntagmorgen begrüßte alle Besucher, die bereits zum vorverlegten Ablauf ab 10 Uhr eintrafen, mit tollem Sonnenschein und idealen Festivaltemperaturen um 24 Grad Celsius. Endlich hatte man auch Gelegenheit das Outdoorgelände zu erkunden. Rund um die Arena gab es ein erweitertes Gastronomieangebot und zahlreiche Händlerstände mit allem was kleidungstechnisch für die schwarze Szene interessant sein könnte. Die große Open Air Außenbühne „green Stage“ bot durch den leicht abfallenden Rasen von fast überall einen guten Blick auf das Geschehen. Zwischen Arena und Green Stage lud ein Relax Bereich mit orangen Sitzsäcken zum Entspannen ein. Leider waren die Plätze quasi immer belegt. Direkt neben der Arena befand sie die Dritte Bühne, die Orbit Stage auf der kleiner Lesungen, Vorträge und Auftritte geplant waren.





Wie auch die letzten Jahre war das Amphi ein sehr internationales Festival. Von vielen Sprachen hörte man einzelne Gesprächsfetzen und wenn ich um Erlaubnis zu einem Besucherbild bat musste ich oft auf Englisch ausweichen. Franzosen, Engländer, Italiener, Niederländer, Belgier aber auch östliche Nationen waren zahlreich vertreten. Dieser Mix fasziniert mich jedes Jahr aufs Neue.

Hier findet ihr übrigens meine Fotos von Besuchern und Bands.

Gerade letztere sind insbesondere indoor trotz entsprechendem Equipment eine echte Herausforderung. Vielleicht klappt es ja nächstes Jahr mal mit einem Fotopass mit der Möglichkeit direkt aus dem Graben zu schießen. Da einige Auftritte zeitgleich auf verschiedenen Bühnen stattfanden war es nicht immer möglich Eindrücke von allen Bands mitzunehmen. Danke auch in diesem Zusammenhang an H. und M. die mich diesbezüglich unterstützten.








Bands (Auswahl):

CHROM – toller Einstieg ins Festival – Die Songs sehr melodisch und doch bestens geeignet um mitzutanzen. Stimmlich live zwar noch ein paar Defizite aber viel Enthusiasmus.



RABIA SORDA – das Side Project von Erk Aicrag - Energiegeladen wie immer performte Erk seine Hits wie „Out of Controll“ oder „Deaf“. Sein Gitarrist Marcus Engel hatte Geburtstag und zur Feier des bekam er eine Torte – nur leider ins Gesicht.



[X-RX] Aufgrund des veränderten Ablaufplanes blieb für Pascal Benisch und Jan Teutloff nur ein knappes Zeitfenster übrig. Schade, denn die vier gespielten Songs reichten gerade zum Aufwärmen. [X-RX] versprachen ihren Auftritt im nächsten Jahr zu wiederholen.



DAF – Als die Deutsch Amerikanische Freundschaft Klassiker wie der Mussolini spielten und die wenigen aber tanzwütigen Fans ihren Pogo performten brachte ich mich schnell in Sicherheit und gönnte mir eine Pause im Treppenhaus.



THE BIRTHDAY MASSACRE - Kraftvoller Gitarren-Rock mit eingängiger weiblicher Stimme. Satter Sound, verträumt und hart zugleich. Die Kanadische Band mit Sängerin Chibi begeistern seit 1999 ihr Publikum.



AGONOIZE - Aggrotech at its best – Das Trio um Frontman Chris L. sparten auch diesmal nicht mit Kunstblut und ließen die vordersten Reihen großzügig daran teilhaben. Mit Ihrer rhythmisch-aggressiven Musik reißen sie ihre Fans mit.







GOETHES ERBEN – Musiktheater live performt - Oswald Henke versammelte bis zu 20 Akteure um seinem Sprechgesang auch optisch Ausdruck zu verleihen. Interessant anzusehen - aber irgendwie befremdlich.



FRONT 242 – ich altere mit meinen Idolen von früher – zum Glück haben sie noch deutlichen Vorsprung. Diesmal ohne Technikpannen und voller Elan lieferten sie ihr Programm ab. Ihre alten Hits verfremden sie schon seit längerem. Diesmal übertrieben sie es das ein oder andere Mal beispielsweise mit ihrem Stilelement Echo, bis nur noch ein lauter Lärmbrei übrig blieb. Da wäre etwas weniger Experimentierfreudigkeit mehr gewesen.







[:SITD:] begannen den vorverlegten Ablaufplan am Sonntag. Richtig viele Besucher waren zu früher Stunde gekommen um ihren tollen Auftritt mitzuerleben. Wie am Vortag versprochen hatte Chris von Agonoize einen Gastauftritt bei den Jungs.




DIORAMA – eröffneten den Tag auf der Green Stage nachdem ihr Auftritt am Samstag ausfallen musste. Torben schaffte es auf Anhieb den Platz vor der Bühne zu füllen. Sichtbar motiviert lieferte er eine perfekte Kombination alter und neuer Hits.



STAHLMANN – optisch und musikalisch immer ein Highlight. Knackige Gitarrenriffs , prägnante und einprägsame Stimme. NDH perfekt inszeniert.



PATENBRIGADE:WOLFF – die Jungs sind Freunde der Technik vermischt mit Bauarbeiter Romantik – Optisch im Bauarbeiter Look mit Warnweste und Schutzhelm. Lustige Freaks – trotzdem wirkten sie ein wenig deplatziert.



S.P.O.C.K – (Star Pilot on Channel K) ist eine synthpop Band aus Schweden thematisch an die Raumfahrt angelehnt. Bereits seit 1988 aktiv gehörten sie eher der Oldie Fraktion an. Nichts desto trotz hörenswert.



DAS ICH – Ein wenig Wahnsinn gehört bei Das Ich bei jedem Auftritt mit dazu. Das war auch diesmal nicht anders- Electrotrance beschwört die neue Deutsche Todeskunst.



POKæMON REAKTOR – Chaos ist Programm und diese Anarchie kann sicher sehr kreativ sein – oder nervig – auf POKæMON REAKTOR bezogen bin ich mit mir noch nicht ganz einig wo die Reise hin geht.



QNTAL – Mittelalterliche Klänge voller Leichtigkeit laden zum Entspannen ein – unterlegt mit der toller Stimme von Syrah.



WELLE:ERDBALL - „Hallo – Hier Welle Erdball“. Auf der Außenbühne sendeten Honey, ALF, Frl. Venus und Lady Lila ihr perfekt arrangiertes Programm. Schön anzuhören und zu sehen – aber nicht mehr.








DIARY OF DREAMS – Adrian war extrem gut gelaunt und begeisterte wiedermal seine Fans. Diese ließen sich auch trotz beginnendem Nieselregen die magische Stimmung dieses Momentes nicht vermiesen.



COMBICHRIST – Die norwegisch amerikanische Band präsentierte sich wie immer - laut – energiegeladen – aggrotech pur. Auf den Punkt gebracht: Get Your Body Beat !



OOMPH! – Alle Mann im Seemannskostüm – und in voller Besetzung - Dero wies in diesem Zusammenhang zu Recht noch darauf hin, dass alles - Musik und Gesang - live performt wurden.



THE MISSION – Ein Relikt aus früheren Tagen – Das war selbst vor meiner Zeit und irgendwie konnte ich damit auch heute nichts anfangen.



VNV NATION – Ronan Harris und Mark Jackson lieferten den perfekten Festival-Abschluss ab. Mitreißend wie immer motivierte Ronan trotz sonntäglich später Stunde die noch gut gefüllte Halle. Die Fans erwartete ein gelungenes Best-Of aller ihrer Hits. Als zu Nova die imposante Halle durch hunderte Handy/Feuerzeuge erleuchtet wurde entstand einer dieser magischen Momente die im Gedächtnis bleiben. Gänsehaut pur!








Fazit:

Die neue Location bietet viele Vorteile und auch Potential das Amphi Festival weiterhin zu den TOP Veranstaltungen der schwarzen Szene gehören zu lassen. An das einzigartige Flair des ganzen Tanzbrunnen Areals mit der sensationell entspannenden Strandbar direkt am Rheinufer mit Blick auf den Dom reicht die neue Location jedoch nicht heran. Die Arena punktet dafür mit perfekter Logistik, endlosen Sitzgelegenheiten und beeindruckt mit ihrer gigantischen Größe. Obwohl bewiesener Maßen für schlechtes Unwetter gerüstet – erhoffe ich mir für nächstes Jahr mehr Sonnenschein, so dass die neue Location beweisen kann, das auch hier ein entspanntes Festivalfeeling möglich ist.

Ich freue mich schon wieder auf das nächste Amphi am 23./24.07.2016!



Janus Cyberblog